Netzwerk Partnerschule e.V.
Tätige Solidarität.
Anfang der 2000er Jahre konnten Heike Saßmann und Notker Klann (2002, 2004) durch die Finanzierung des Bundesfamilienministeriums, zusammen mit Emnid, dem Meinungsforschungsinstitut, eine Studie durchführen. Es galt herauszufinden, was Klienten aus der Ehe-, Familien- und Lebensberatung sowie aus Erziehungsberatungsstellen sich wünschen. Insgesamt nahmen 1526 Klient*innen teil. Für den persönlichen Bereich wünschten sie sich:
- 89 % mehr Kontakte zu Freunden
- 79 % mehr Angebote für Freizeit- und Interessengruppen im näheren Lebensumfeld
- 73 % mehr Möglichkeiten, Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen
- 65 % Angebote für organisierte Gruppen oder Selbsthilfegruppen
Der Titel der Studie lautete folgerichtig: Es ist besser, das Schwimmen zu lehren, als Rettungsringe zu verteilen – eine klare Aufforderung an die Beratungsstellen, Empowerment zu fördern. Anfang der 2000er Jahre signalisierten die Paare, was sie suchen, nämlich Verbundenheit untereinander; heute ist gesellschaftliche Einsamkeit das große Thema. Deshalb hieß der Untertitel der Studie auch: Beratungsstellen als Seismographen für gesellschaftliche Entwicklungen.
Durch die Erfahrung von Gemeinschaft und Füreinander-Verantwortlich-Sein gründeten Teilnehmer der IPT-Gruppen im Jahr 2000 das Netzwerk Partnerschule e.V.
Mitgliedschaft
Mit 6 € im Jahr ist man Mitglied, und Spenden sind darüber hinaus natürlich gerne gesehen. So spendet z. B. ein Paar seit über 20 Jahren jedes Jahr 365 € aus Dankbarkeit – im Schaltjahr natürlich 1 € mehr. Das ermöglicht dem Vorstand, jedem Paar, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten, die Teilnahme an den Seminaren oder die Finanzierung der Kinderbetreuung zu ermöglichen. Als vor vier Jahren plötzlich eine Schülerin für die Betreuung ausfiel, meldete sich nach einem Rundschreiben sofort ein Mitglied – sie war gerade als Lehrerin im Sabbatjahr und ist dann ehrenamtlich eingesprungen.
Auch dieses Netzwerk ist ein deutlicher Hinweis für die Wirksamkeit der IPT: dass die Menschen das, was sie suchen, dort bekommen. Und nicht nur das – sie machen im Empowerment Erfahrungen. Deutlich wird das bei jährlichen Treffen an einem Adventswochenende, wo mit 70 Teilnehmern die Grenze der Kapazität erreicht wird. Im Sinne eines Updates „der rote Faden in der Liebe“ bieten einzelne Mitglieder unterschiedliche Workshops an. Besonders berührend ist es, dass immer wieder junge Erwachsene dabei sind, die früher mit ihren Eltern als Kinder da waren und darüber hinaus ihre Kontakte gehalten haben (Sanders 2018).