Online-Fortbildung
IPT Integrative Paartherapie – PartnerSchule Dr. Rudolf Sanders®.
Die Dissertation (Sanders 1997) Integrative Paartherapie – Eine pädagogische Intervention zur Förderung der Beziehung von Frau und Mann als Partner. Grundlagen, Praxeologie, Evaluation wurde von der Philosophischen Fakultät der Universität Münster mit der Note „summa cum laude“ bewertet. Diese herausragende Leistung wurde durch den Rektor der Universität mit einer Urkunde gewürdigt.
Die IPT basiert maßgeblich auf den Arbeiten des Therapieforschers Klaus Grawe. Verortet in der therapeutischen „School of Education“ entfaltet sie ihre Wirksamkeit im Kontextmodell der Psychotherapie (Flückiger 2018, in Wampold, S. 7). Hier verbindet sie die Disziplinen Psychologie, Soziologie und Pädagogik zu einem klar strukturierten Lernzielplan PartnerSchule Dr. Rudolf Sanders®.
Die IPT ermöglicht Paaren, Kontrolle über ihre Konflikte zu gewinnen und durch die gemeinsamen Erfahrungen der Selbstermächtigung und Selbstwirksamkeit die Sicherheit in der Verbundenheit zu stärken. In dieser kommt der Einzelne immer mehr zur Selbstexploration. Er blüht auf!
Flourishing („Aufblühen“) als zentrales therapeutisches Ziel bedeutet nicht nur die Reduktion von Leiden, sondern die aktive Förderung von Lebensfreude und Selbstvertrauen (Freund & Lehr 2020). Immer mehr werden die Einzelnen im Miteinander befähigt, ihr Potenzial zu entfalten und ein erfülltes Leben zu führen.
Aufgrund der empirisch nachgewiesenen Wirksamkeit wird die IPT unter dem Label Partnerschule in der Grünen Liste Prävention des Justizministeriums Niedersachsen geführt. So erleben die Paare z. B. eine deutliche Steigerung der Lebenszufriedenheit – in den Bereichen Partnerschaft, Sexualität und familiäres Wohlbefinden (Kröger 2006).
Online-Seminar: IPT Integrative Paartherapie
Eine erfolgreiche Arbeit mit Paaren setzt voraus, dass Therapeut:innen sich ihrer eigenen Beziehungsgestaltung, ihrer Ressourcen und Fallen bewusst sind. Zudem ist es zentral, die wissenschaftlichen Hintergründe des eigenen Handelns zu begründen und fundiert anzuwenden. Die Online-Fortbildung verschränkt die Selbsterfahrung mit der parallelen Wissenserweiterung.
1. Teil: „Gemeinsam wachsen“ – Selbsterfahrung des strukturierten Ablaufs der PartnerSchule Dr. Rudolf Sanders®
- Paardiagnostik: z. B. PIB – Paarinterview zur Beziehungsgeschichte; Induktionshypnose und Arbeit mit kreativen Medien zur Kindheitsgeschichte
- Vermittlung von Beziehungskompetenzen: z. B. Arbeit mit dem Körper – Mein Raum, mein Stand; ZRM®; Imagination zu den eigenen Stärken; SRG – Spiegelndes Resonanz-Gespräch
- Sexualität als Ressource und Kraftquelle: jenseits des Leistungsdrucks Bahnung neuer Bindungsmuster hin zu einer Zwischenleiblichkeit als Kraftquelle
2. Teil: IPT – Integrative Paartherapie nach der PartnerSchule Dr. Rudolf Sanders® – Forschungsbasierte Grundlagen
Wissenschaftliche Fundierung aus Psychologie, Soziologie und Pädagogik, etwa aus der Bindungsforschung, Schematherapie, Emotionsfokussierung, synergetischen Selbstorganisation und dem Embodiment.
Häufig erleben Paare zunächst Irritation darüber, dass nicht die pragmatische Lösung (z. B. die korrekte Einräumung der Spülmaschine) im Mittelpunkt steht. Im herkömmlichen Denken ist diese Irritation nachvollziehbar. Das Kreisen um das Problem, die „Lösungsorientierung“, würde die maladaptiven neuronalen Erregungsmuster nur unnötig verstärken.
„Natürlich heißt das nicht, dass man sich nicht mit den Ängsten und Befürchtungen befassen sollte, aber man sollte aufpassen, dass dies nicht zum Hauptschwerpunkt der Therapie wird. Stark vereinfacht ausgedrückt: etwas Positives hinmachen ist für den Therapieerfolg wichtiger als etwas Negatives wegmachen.“ (Grawe 2004, S. 351)
Deshalb gilt es, den früh gelernten Beziehungsmustern auf die Spur zu kommen, denn diese wurden zu einer Betriebsanleitung, die die Quelle für die aktuellen Konflikte sind. So ist die tiefenpsychologische Klärung zentral für die pädagogische Einübung neuer Verhaltensweisen. Klärung und Bewältigung lassen sich nach Grawe nicht voneinander trennen und sind deshalb für ihn die wichtigsten therapeutischen Grundprinzipien (Grawe 1996).
Dann wird das möglich, was alle Paare sich wünschen, nämlich in der Sicherheit der Verbundenheit zum Partner aufzublühen.
Die IPT findet ihre Anwendung sowohl im Einzelsetting als auch in der Gruppentherapie. In einer Gruppe wird durch Beobachtungslernen die zweite Ebene der Selbstwirksamkeitserfahrung aktiviert: Die Teilnehmer:innen erleben nicht nur selbst Fortschritte, sondern sehen auch, wie andere mit ähnlichen Herausforderungen umgehen.
Die konkrete Umsetzung in die Praxis findet sich im Buch Die Partnerschule – Paartherapie im Integrativen Verfahren (Sanders 2022), das einschließlich eBook geliefert wird, sodass sich z. B. Arbeitsblätter kopieren lassen. Hier finden Sie den strukturierten Lernzielplan – zu den einzelnen Schritten jeweils mit wissenschaftlichem Hintergrund, daraus entwickeltem Ziel und Vorgabe für den Ablauf.
Hier können Sie das Buch beim Verlag portofrei bestellen.
Für Interessierte, die bisher noch wenig Erfahrung in der Arbeit mit Paaren haben, ist die Fortbildung im Blended-Learning-Format zu empfehlen. Dabei werden Präsenzveranstaltungen gezielt mit interaktiven E-Learning-Einheiten kombiniert, um ein flexibles, nachhaltiges und didaktisch durchdachtes Lernerlebnis zu gewährleisten.
Hier der Link zu den beiden Online-Seminaren.
Erwähnte Quellen: Flückiger, C. (2018) in Wampold, B. E., Imel, Z. E. & Flückiger, C. (2018), Die Psychotherapie-Debatte – Was Psychotherapie wirksam macht, Bern: Hogrefe, S. 7. Freund, H. & Lehr, D. (2020), Dankbarkeit in der Psychotherapie. Ressource und Herausforderung, Göttingen: Hogrefe. Grawe K. (1998), Psychologische Therapie, Göttingen: Hogrefe. Grawe K. (2004), Neuropsychotherapie, Göttingen: Hogrefe. Grawe K. (1996), Klärung und Bewältigung: Zum Verhältnis der beiden wichtigsten therapeutischen Wirkprinzipien, in H. Reinecker & D. Schmelzer (Hrsg.), Verhaltenstherapie, Selbstregulation, Selbstmanagement (S. 49–74), Göttingen: Hogrefe. Kröger, C. (2006), Evaluation, in R. Sanders: Beziehungsprobleme verstehen – Partnerschaft lernen. Partnerschule als Kompetenztraining in Ehe- und Familienberatung (S. 255–268), Paderborn: Junfermann. Sanders R. (1997), Integrative Paartherapie. Eine pädagogische Intervention zur Förderung der Beziehung von Frau und Mann als Partner. Grundlagen – Praxeologie – Evaluation, Frankfurt: Peter Lang.